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October 31, 2009

Tod eines Hackers(?)… Again…

Filed under: cli, de, france, net neutrality, revolution, security, snippets — Tags: , , , — anx @ 6:53 pm

Immerhin einer der nicht so vergessen wird wie viele der anderen. Bei den ganzen Autounfällen und wo sie sonst sterben ist es ja auch gar nicht so wichtig wer sie waren oder was sie gerade herausgefunden hatten, aber in diesem Fall ist das ganz und gar nicht so und passierte direkt vor den Augen der Justiz.

Mit Argwohn habe ich die Entwicklung um den jungen (vermeintlichen) Studivzcrawler verfolgt, der wohl wegen des Versuches mit öffentlich einsehbaren Informationen eine Firma zu erpressen in das Fadenkreuz der Justiz geriet. Statt aber nun dem offensichtlichen Tatbestand des groben Unfugs nachzugehen, versuchten die Vollprofis von der Polizei und Staatsanwaltschaft den Jungen tatsächlich wegen Erpressung dran zu kriegen. Soweit musste der Junge also kalkulieren mag man sich denken… Darf man auch, in dem Moment wo der Fall jetzt aufgeklärt wird und z.b. klar ist dass es sich tatsächlich um den Erpresser handelte.

Mittlerweile kann man gerüchteweise davon ausgehen dass er noch nichteinmal den Datenklau selber begangen hat, und nur als Hacker verschrien wird. Aber solange die SA (Staatanwaltschaft) nicht upfront mit Fakten und Beweisen ist, kann man da ja nur spekulieren. Auch die Sache mit dem Selbstmord wird in der dpa Meldung meines Wissens gar nicht erwähnt. die Formulierung lautet: “Tot aufgefunden“. Auf der einen Seite habe er die Erpressung nach Verhör durch die Polizei “zugegeben” auf der anderen Seite wurde er angeblich vor Ort und quasi inflagranti verhaftet. Vielleicht wurde er aber auch einfach nur von Studivz mit einem Jobangebot dahin gelockt und musste als Sündenbock hinhalten. Alles gut möglich wenn man immer so halbherzige überinterpretierte Aussagen bekommt. Die wahren Verbrechen… die kommen jetzt :D

Das erste wahre Verbrechen ist doch wieder mal auf der Seite der Betreiber zu sehen, die es immer noch nicht schaffen zuzugeben dass in solch einem Netzwerk externes Dataminig gar nicht zu vermeiden ist. Die gesammt Industie, die versucht das Zentralinternet-Dogma zu halten. die Googles und Facebooks dieser Welt leben immer mehr davon das sie den Menschen Sachen geben die aus Uploadbegrenzngsgründen nicht zur Verfügung stehen sollten weil sie nicht sicher Umsetzbar sind. Zu wissen dass es eine Scheißidee ist und das nicht wenigstens zu disclaimen… pfui.

Und das wahre Verbrechen ist auch dass die Hackerkultur, die sich gerne und stolz als solches bezeichnet mit einer unglaublichen Arroganz gegenüber dem Nachwus und Externen umgeht. Der Begriff des guten Hackers wird sich niemals durchsetzen wenn man das nur im geschlossenen Rahmen und nur für sich selbst praktiziert. Ich meine das ernst Leute, die Hacker sterben aus. Es gibt Angebote, klar. aber wie zugänglich ist denn das? In den meisten Fällen wird abgewatscht oder mit den Augen  gerollt. Wenn wir es nicht schaffen endlich mal konkretere Angebote für die Öffentlichkeit anzubieten, dann werden immer mehr intelligente junge Menschen auf die dunkle Seite der Macht wechseln und konsequenterweise direkt ins Gefängnis gehen. Es ist alles nicht mehr so einfach und naiv wie das Netz mit dem wir noch gespielt haben. Vieles wird mittlerweile ernst genommen, und eine Möglichkeit sich gefahrenfrei Grundkenntnisse anzueigenen steht erst ab einem viel zu hohem Alter und Bildungsnivau zur Verfügung.

Und wenn wir es als Gesellschaft nicht schaffen in so einem fall einen gewaltigen Fortschritt für den Datenschutz zu sehen und die Hacker als Helden zu feiern, wenn sie niemanden erpressen (LOL), dann eh gute Nacht… in diesem Sinne,

gute Nacht

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